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Den Opfern jüdischen Glaubens zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung
Mahnmal-Projekt-Leimen
Mahnmal-Projekt-Leimen 2015 bis zur Gegenwart


Der 75.Jahrestag der Deportation badischer Juden am 22.10.2015

Hatte die erste Gedenkfeier nach der Einweihung des Mahnmals im Jahr 2014 noch mit etlichen organisatorischen Hemnissen zu kämpfen, was dazu führte, dass zum von der Stadt angekündigten "Stillen Gedenken" nur ganz wenige Personen kamen, so waren auf Initiative der Kirchen 2015 bereits frühzeitig die Planungen eingeleitet worden, um zum 75.Jahrestag der Deportation eine würdige Gedenkfeier ausrichten zu können. Am 24.Juni 2015 trafen sich die kirchlichen Vertreter (Pfarrer Jörg Geißler, Pfarrer Steffen Groß, Pfarrerin Elke Rosemeier, Pfarrer Arul Lourdu) unter Beteiligung von Martin Delfosse als Leiter des Mahnmal-Projektes mit den Vertretern der Stadt Leimen (Oberbürgermeister Wolfgang Ernst, Hauptamtleiter Ralf Berggold, Leiter der Geschäftsstelle des Gemeinderates Michael Ullrich), um über den organisatorischen und inhaltlichen Rahmen des Gedenkens zu sprechen.

Entsprechend dieser im Juni getroffenen Absprachen fand dann am 22.Oktober 2015 um 17:00 Uhr zunächst ein ökumenischer Gottesdienst in der evangelischen Mauritiuskirche statt und anschließend gingen die Besucher schweigend zum Mahnmal im Foyer des Alten Rathauses (siehe auch die Bildergalerie). Dort wurde nach einer kurzen Ansprache durch Oberbürgermeister Wolfgang Ernst ein Grußwort von Familie Ziskind aus New York verlesen, mit dem die Gedenkstunde beendet wurde. Das Grußwort enthielt in Anlehnung an ein Wort des Friedensnobelpreisträgers und Holocaustüberlebenden Elie Wiesel eine Aufforderung zur Menschlichkeit angesichts der heutigen Not der Flüchtlinge aus den Kriesengebieten unserer Erde.






9.November 2016: Gedenken an die Deportation der Jüdinnen und Juden Badens nach Gurs vor 76 Jahren

Auf Initiative von Oberbürgermeister Hans Reinwald fand am 9.November 2016 eine von der Stadt Leimen und den Kirchen gemeinsam geplante Gedenkveranstaltung statt. Zunächst gedachte man der Opfer der Reichsprogromnacht und der Deportation badischer Jüdinnen und Juden nach Gurs mit einer ökumenischen Andacht in der katholischen Kirche, anschließend wurde das Gedenken mit einer Ansprache von Oberbürgermeister Reinwald und dem Verlesen eines Briefes aus dem Lager Noé am Mahnmal fortgesetzt, mit dem insbesondere der jüdischen Opfer aus Leimen gedacht wurde (siehe auch die Bildergalerie).

 
9.November 2017: Gedenken an die Deportation der Jüdinnen und Juden Badens nach Gurs vor 77 Jahren

Nach einem ökumenischen Gedenkgottesdienst in der Evangelischen Mauritiuskirche gedachte die Stadt Leimen im Rathausfoyer den Geschehnissen in der Reichspogromnacht im November 1938 und der Deportation der Jüdinnen und Juden Badens nach Gurs im Oktober 1940. Musikalisch umrahmt wurde das Gedenken am 9.November 2017 durch ein Ensemble der Musikschule Leimen mit Flöte und Gitarre unter Leitung von Jürgen Mauter. Zum Schluss des Gedenkens wurde ein Brief der Leimener Deportierten vom 25.05.1941 verlesen.





Zum 80. Jahrestag der Novemberpogrome am 9. November 2018


In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 fanden in Deutschland Schändungen und Zerstörungen der jüdischen Gotteshäuser, jüdischen Geschäfte und Wohnungen, sowie der jüdischen Friedhöfe statt. Diese Gewaltereignisse, im Zuge derer viele jüdischen Mitbürger ermordet oder in den Suizid getrieben wurden, waren der Auftakt zur systematischen Verfolgung, Vertreibung und Ermordung der Juden.

In Leimen bestand zu diesem Zeitpunkt keine Synagoge mehr. Nach der Auflösung der jüdischen Gemeinde wurde die Leimener Synagoge, welche auf dem heutigen Rathausplatz unweit vor dem Gasthaus Krone stand, bereits 1905 abgerissen. Was mussten wohl die in Leimen lebenden jüdischen Mitbürger, Hugo Mayer und seine Frau Karolina, sowie Karoline Bierig und ihre Tochter Selma, in jener Novembernacht vor 80 Jahren erleben? Aus erhalten gebliebenen Briefen aus jener Zeit kann man nur bruchstückhaft ihr Gefühl der Angst und Verzweiflung herauslesen und ihr Streben, dass zumindest ihre Kinder noch in Sicherheit gelangen können.

Am 22. Oktober 1940 wurden die Leimener Juden schließlich in das südfranzösische Lager Gurs deportiert und bald darauf in Auschwitz ermordet. Ein Gedenkstein, der nach dem Beschluss des Gemeinderates vom 21. März 2013 vorläufig im Alten Rathaus steht, bis er am endgültigen Standort auf dem Rathausplatz aufgestellt werden kann, soll die Erinnerung daran als Mahnung in Leimen wachhalten.

Wegen der Sanierung des Alten Rathauses wird in Absprache mit Oberbürgermeister Hans D. Reinwald dieses Jahr keine Gedenkveranstaltung am Mahnmal stattfinden, aber im Jahr 2020, in dem sich die Deportation zum 80. Mal jährt, wird es wieder ein offizielles Gedenken am Mahnmal geben.
  
Was trieb einen in Leimen geborenen und hier auch verstorbenen Bürger dazu, am 22. Oktober 1940 den Rohrbacher Juden und Nudelfabrikanten Siegmund Beer auf dem Heidelberger Marktplatz, auf dem sich die Juden aus der Region zum Abtransport versammeln mussten, beim Aufsteigen auf den Lastwagen heftig ins Gesicht zu schlagen und ihn in seiner wehrlosen Situation körperlich und seelisch schwer zu verletzen? Die Urteilsbegründung der Strafkammer des Landgerichts Heidelberg von 1947 spricht hier von einer „gemeinen und verwerflichen Gesinnung“.

Angesichts der heutigen fremdenfeindlichen Übergriffe verbaler und gewalttätiger Art in Deutschland sind wir erschrocken über das Ausmaß solcher "gemeinen Gesinnungen", welche das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Religionen gefährden. Nie wieder darf es in Deutschland geschehen, dass sich Menschen aufgrund ihrer Religion, ihrer Hautfarbe oder ihres Andersseins ängstigen müssen.


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